AC Milano - Internazionale Milano (Derby della Madonnina, Serie A, Stadio Guiseppe Meazza, 21.09.2019) 


Nachdem ich mich eingerichtet hatte, hieß es auch schon wieder Abfahrt nach Mailand. Über die Mautstraße bis in die City und dann auf Parkplatzsuche. Etwa eineinhalb Kilometer vom Stadion entfernt, fand ich dann mein Glück. Das Parkscheinlösen war jedoch die nächste Schwierigkeit. Der Automat nahm meine Karte nicht und genug Kleingeld hatte ich auch nicht dabei. Nach einigem hin und her, konnte mir dann ein Passant nen' Fünfer kleinmachen. Dann musste ich den Parkschein noch mit meinem Kennzeichen personalisieren. Könnte ja sein, dass ich jemandem meine Rest-Viertelstunde für 20 Cent verkaufe. 


Nach einem kurzen Fußweg inklusive kleinem Becks und Panini für jeweils fünf Mark (!!!) sah ich es. Eigentlich war mir der Anblick doch von meinem letzten Besuch vertraut, doch es haute mich nochmal um. Wie das riesige Ufo aus dem Film “Independence Day” saß das San Siro am Ende der Straße und erleuchtete die Mailänder Nacht. 


Mein Eingang war schnell gefunden. Nun stand der Aufstieg in den obersten Oberrang an. Gefühlte 100.000 Stufen später, stand ich im Inneren - Phäääänomenal - wie Pietro sagen würde. Die etwa 80.000 Tausend Plätze waren fast vollständig gefüllt. Neben mir waren noch weitere Hopper anwesend, die mir direkt ins Auge fielen. Außerdem nahm Matteo Salvini, der ehemalige Innenminister Italiens und AC Mailand Fan auf der Entehrtentribüne Platz. Ich hatte meinen Platz im Voraus und offenkundig mit Bedacht gewählt. Saß ich doch im erweiterten Auswärtsblock und gleichzeitig über der Curva Nord mit den blauen Interisti, auf die ich bei diesem Spiel, bedingt durch meinen letzten Besuch, hielt. So war ich auch in der Lage, die überragende Choreografie und Pyroshow in der Curva Sud Milano auf 

der gegenüberliegenden Seite zu begutachten. 

Die Spieler waren so motiviert wie die Tifosi auf den Rängen, sodass die Starspieler auf dem Rasen ein eher hartes als glanzvolles Spiel zeigten. Nach vier Abseitstoren erbarmte sich der VAR schließlich in der 49. Minute und gab Inter das 1:0. 

Ich war jedoch mehr auf die Ränge fokussiert. Der Support aus der Curva Nord von meiner Position aus besser, sehr gute Mitmachquote und Passione, die Curva Sud auch sehr gut aber gefühlt nicht ganz so wie Inter. Kann aber wirklich an der Distanz zur anderen Kurve gelegen haben. Die Rot-Schwarzen machten dies aber deutlich wett, indem sie neben allerhand einzelner Pyroaktionen zusätzlich eine kranke Pyroshow mit dutzenden Fackeln und Böllern boten. Da konnte Inter trotz zweier kleinerer Bengalen-Intermezzo nicht mithalten. 

Nicht zu vergessen, ist auch die großartige Choreografie der milanisti, die sich über alle 3 Ränge der Curva Sud erstreckte!

Nach Spielende verließ ich wehmütig diesen Fussballtempel. Es stimmt mich traurig, dass sie diese Kathedrale des Sports abreißen wollen ... 


Außerhalb des Stadions feierten die Ultras von Internazionale noch wild und ich mischte mich kontaktfreudig unters Volk. „Milanisti - pezzo di merda!“ und allerhand andere (Schmäh-) Gesänge wurden zum Besten gegeben. Unter anderem gab es ein Lied, bei dem die Jungs mit ihrer Hand eine Pistole nachbildeten und im Chor eine Gewehrsalve abfeuerten - Wahnsinn! (Alé XXX Alè Pum Pum Pum Pum) Als sich der Mob allmählich auflöste, verteilte ich noch ein paar Kleber unserer Gruppe, was von den Tifosi begeistert aufgenommen wurde. Ein gemeinsames Foto wollten sie auch noch. Anschließend ging es dann zurück in meine Unterkunft. 

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