AC Pisa 1909 - Empoli F.C. (Serie B, Stadio Arena Garibaldi – Romeo Anconetani, 24.09.2019) 



Ich kam diesmal sogar frühzeitig in Pisa an, sodass ich einen kostenlosen Parkplatz in unmittelbarer Stadionnähe fand. Das Stadio Arena Garibaldi – Romeo Ancontani liegt zudem direkt neben dem weltbekannten schiefen T urm von Pisa, welcher auch über die Dächer hinweg zu sehen war. 


Auf der Suche nach der biglietteria traf ich zufällig einen weiteren Fussballtouristen, der mir - überhaupt nicht wie ein Italiener gekleidet – sofort auffiel. Gemeinsam kauften wir uns Karten fürs Spiel (33€) und setzten uns im Außenbereich einer Bar an einen Tisch neben ein paar Jungs der Curva Nord Pisa. Nachdem das erste Bier gelehrt war, stellte er die Fragen aller Fragen: 

„Und? Zu welchem Verein gehst du?“ 

„Rasenball “ antwortete ich ohne zu zögern und er verdrehte erstmal die Augen ... „Bis eben warst du mir noch sympathisch.“ Mit einiger Zeit lockerte sich die auf Minus 1.000 Grad abgekühlte Stimmung jedoch wieder auf. Er war so alt wie ich und in der Szene von Wacker Innsbruck beheimatet. Der Innsbrucker Verein leidet derzeit besonders unter der Gründung des WSG Swarovski Tirol in Wattens, welcher mittlerweile sportlich erfolgreicher ist und dem Traditionsverein die Zuschauer streitig macht. Über Wackers gute Kontakte zu Atalanta aus Bergamo war er öfter in Italien unterwegs und kannte sich gut aus. 

Das heutige Spiel stellte ein Regionalduell dar, da Empoli und Pisa beide im Tal des Arno liegen und nur durch gut 40 Kilometer Wegstrecke getrennt sind. Sie haben seit 2009 nicht mehr regulär gegeneinander gespielt, weil Pisa eher in Serie C und D rumdümpelte, während Empoli mit einigen Intermezzo in der Serie A eher in der Serie B spielte. 


Wir betraten das Stadion und fanden uns erstmal auf der Haupttribüne zurecht. Im Heimbereich war das Rund sehr gut gefüllt. Empoli brachte knapp 1.200 Fans mit. Im Stadion fiel mir ein großer Kleber des KSC auf. Mein Begleiter meinte, der hinge da letztes Jahr schon. Pisa hat wohl eine Freundschaft zu Sturm Graz und Karlsruhe wohl ebenso, deshalb die Duldung des Klebers – jeder mit jedem quasi. 

Das Spiel war für die zweite Liga sehr ansehnlich. Pisa mit einem überragenden Support und immer wieder mit pyrotechnischer Unterstützung. Empoli eher mager aber dafür mit Choreo im Gästeblock. Besonders das Ende des Spiels war extrem spannend. Empoli erzielte in der 86. Minute das 1:2, Pisa glich daraufhin in der 90. + 1 aus, was zu Jubelstürmen auf den Rängen führte, nur damit Empoli in der 90. + 3 den Siegtreffer erzielen konnte. 

Die Mannschaft wurde trotzdem gefeiert und dabei immer wieder eine Wahnsinns-Version von „Bella Ciao “ gesungen. Dabei zogen Sechsjährige, die bis eben noch in den unteren Reihen Fußball gespielt hatten, genauso mit, wie der Rentner , der sich kaum noch auf den Beinen halten konnte und am Stock ging. 


Nach dem Spiel schenkte ich dem Innsbrucker noch ein paar Leipzscher Kleber und verabschiedete mich gen Florenz. Er wollte am nächsten Tag zum Spiel Inter Mailand gegen Lazio Rom. 

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