ACF Fiorentina – U.C. Sampdoria Genua (Serie A, Stadio Artemio Franchi, 25.09.2019) 


 

Auf dieses Spiel hatte ich mich mit am meisten gefreut - einmal in der Curva Fiesole der Fiorentina stehen! Für nur 10€ wurde mein Wunsch erfüllt. Am Eingang etwas Gedränge, aber es ging rein. So ganz ohne Violett fühlte ich mich in der Kurve etwas unwohl, sodass ich mir glatt einen Ultras Schal kaufte und bei der Gelegenheit ein paar Aufkleber eintauschte. Nette Typen. 


Jetzt direkt in der Kurve, konnte ich auch besser ausmachen, woraus Ultragruppen in Italien mittlerweile bestehen. Nach den krassen Repressionen um das Jahr 2008 rum und dem Rückgang der Ultrakultur in Italien, wächst nun eine neue Generation heran, die die Geschehnisse von damals maximal als Kind miterlebt haben. Das Gros der Gruppen besteht aus 16 bis Anfang 20-Jährigen. Nur wenige sind älter. Die Alten geben jedoch nach wie vor den Ton an, sind Capo und Organisator. 

Die Kurve war gut gefüllt und gerade als ich überlegte, wo die ihre Böller hinwerfen, damit niemand getroffen wird, machte es nur wenige Meter entfernt von mir „BOOOM“ und hämmerte mir fast die Trommelfelle weg – aha, alles klar. Die Stimmung war sehr gut, wenn auch ehrlicherweise nicht das Ultimo bisher. Die Sampdoriani mit etwa 1.500 Mann im Gästeblock waren nicht zu hören. In der zweiten Hälfte mischte ich mich inmitten der Kurve unter die Leute und versuchte diese geniale, ausgelassene italienische Stimmung aufzusaugen und so gut ich konnte, die Lieder mitzusingen.

Nach Spielende blieb ich noch etwas, bis sich die Curva Fiesole fast gelehrt hatte. 

Diesen Moment wollte ich noch genießen und ganz für mich behalten ...


Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fuhr ich los, um die gut 400 Kilometer bis Turin zurückzulegen. Lag jetzt nicht wirklich auf der Strecke, aber das Stadio Olimpico di Torino und die Granata sollen wohl eine Reise wert sein. Gegen 15:00 erreichte ich die Stadt am Rande der Alpen und besorgte mir meine Eintrittskarte für das Spiel. Anschließend nahm ich den Bus bis Porta Palazzo und lief von dort aus Richtung Po-Fluss. Unterwegs besuchte ich noch den Duomo de Torino e Cappella della Sacre Sindone mit dem vermeintlichen Grabtuch Jesu Christi. Von einem kleinen Hügel mit Kapelle, Monte dei Cappuccini, hatte man einen schönen Blick über Turin. Nach einer kurzen Stärkung in einer Pizzeria, fuhr ich mit Bahn und Bus zurück zum Stadion. 

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