NK Olimpija Ljubljana – NK Maribor 1960 (Slovenska Nogometna Liga, Stadion Stožice, 28.09.2019) 

 

 

Ich erreichte Ljubljana bei strömendem Regen und machte mich nach einem kurzen Einkauf direkt auf zum Stadion. Die Karte gab es für 15 € und anschließend nochmal für jeweils 3 € eine unbekannte Art Teigtasche mit einmal Fleisch und einmal 

Käse. Das Stadion war ein moderner Neubau und bietet 16.038 Zuschauern Platz. Vorherrschend wurden Popcorn und Chips an das Publikum verkauft. Überall liefen vollgepanzerte Cops herum. Zur Einstimmung auf das Spiel wurde kurz vor 

Anpfiff der Rap Song „Olimpija Ole!“ gespielt.

Unter „Maribor“ Gesängen betraten die Gästefans 20 Minuten vor Spielbeginn kollektiv den Block, der nur durch zwei Reihen hüfthoher Bauzäune vom Rest des Zuschauerbereiches getrennt war. Etwa 600 Gäste aus Maribor waren angereist. Im Heimbereich versammelten sich hinter dem Tor ebenfalls etwa 600 Unterstützer der Heimmannschaft in Grün und Weiß. 


Mit einer Gedenkminute für einen Verstorbenen wurde das Spiel eröffnet. Bereits nach einer Minute stand es 0:1 für Maribor und im Gästeblock wurde eine einzelne Fackel gezündet und in den Strafraum geworfen. Nach dem 0:2 feierten die Lila-Gelben vor dem Heimblock und wurden prompt durch einen Böller verscheucht. 


Die Gesänge sind so ganz anders als während meiner letzten Stationen in Italien. Die Stimmen sind dunkler , die Melodien nicht so melodisch, sondern es handelt sich eher um Schlachtrufe. Die Trommeln sind ebenfalls wesentlich dominanter. 


In der 35. Spielminute zeigten die Ultras aus Ljubljana eine große Choreografie mit Blockfahnen, unter denen sie sich vermummen konnten. Vor dem Block wurde die in Grün-Tönen gehaltene Kulisse der Stadt, um die sich ein Drache als Wappentier von Olimpija windete, hochgezogen. Gleichzeitig mit dem 1:2 für Anschlusstreffer für die Hauptstädter begann eine große Pyroshow mit grün-weißem Rauch und einem Dutzend Fackeln. 


Bei einem Eckball zu Beginn der zweiten Hälfte warfen die Ultras aus der Heimkurve Wasserbomben in den Strafraum, was die lila-gelben aus dem Konzept brachte, zu einem Foul und folglich zum 2: 2 Ausgleichstreffer per Elfmeter führte. 


In der 60. Minute wurde auf der Seite der Gäste ebenfalls eine Chorografie ausgepackt. Unter schwarzen Folienschals konnte sich vermummt werden, um anschließend ebenfalls ein Dutzend Fackeln zu zünden. Der Rauch zog auf das Spielfeld, sodass das Spiel wenige Minuten unterbrochen werden musste. Unterdessen lief ein Feuerwehrmann durch die Reihen des Gästeblocks und sammelte die pyrotechnischen Abfälle ein. 


Kurz vor Ende der Partie gab es noch einen Flitzer in Form eines kleinen Jungen, der es bis zum Mittelkreis schaffte, dann aber wieder zurücklief. Die Ordner sahen es gelassen.
 
In der Nachspielzeit erzielte Maribor dann noch durch einen groben Patzer des Heimtorhüters den Treffer zum 2:3 und eine Minute später zum 2:4 und entschied damit das Slowenien-Derby für sich. 


Nach dem Spiel unterhielt ich mich noch mit zwei tschechischen Groundhoppern aus Most und tauschte Aufkleber. 


Außerdem traf ich Petr aus Ljubljana, der der festen Überzeugung war, dass das Spiel durch die Wettmafia geschoben und der Olimpija Torwart gekauft war. 


Anschließend schaute ich mich nochmal in der Stadt um. Seit meinem letzten Besuch vor wenigen Jahren hatte sich einiges getan. Ljubljana ist definitiv auch ohne Fußball eine Reise wert. Auf dem Weg ins Zentrum kam ich zudem noch am alten Olimpija Stadion - Bežigrad - vorbei. Im Halbdunklen schnell über die Mauer geklettert, genoss ich den Blick über die Traversen und auf die große Ehrentribüne oder was auch immer das Bauwerk darstellen sollte. 


Am nächsten Morgen stand ich frühzeitig auf, denn es stand eine 550 Kilometer lange Fahrt bis nach Pilsen an. 

 

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